Nicht ein oder zwei Mal, sondern gleich drei Mal hat die Polizei am Samstag ein und denselben alkoholisierten Fiaker in Wien abgefangen. Vormittags mit 1,7 Promille auf der A22 mit Pferdegespann aufgehalten, kam es nachmittags zum zweiten Vorfall mit einem E-Oldtimer in der Innenstadt, von dem er mit 1,9 Promille Alkohol im Blut absteigen musste [1].
Auf dem Heimweg über den Handelskai verirrte sich der Ungar mit einem Lieferando-E-Roller abermals, landete am Flughafen Schwechat [2], übernahm dort das Steuer eines Kerosin-Oldtimers der AUA Flotte und hob damit Richtung Mallorca ab. Ohne die relevanten Schulungen zur Funktionsweise des Wetterradars verirrte er sich allerdings erneut, dieses Mal in eine Hagel-Unwetterzelle. Durch den Vorfall entstand massiver Schaden am Flugzeug, es konnte aber nach Schwechat zurückkehren, wo der 64-jährige Ungar schließlich den Alkotest verweigerte.
Tage danach kommen nun erste Details über die Aufarbeitung der Vorfälle ans Licht. “Aufgrund der multiplen anhaltenden Krisen – wie etwa Ukraine-Krieg, Kuba-Krise oder auch der Pest – sind wir leider gezwungen den Preis für das Wasser um 370% auf … Oh, tut mir leid, da ist mir was durcheinander gekommen” – verzweifelt sucht die AUA-Sprecherin im Zoom-Interview nach der richtigen Notiz. “Ich meinte natürlich, wir schulen unser Personal so gut wir können, aber gewisse Dinge wie das Ablesen eines antiken A320-Wetterradars müssen sie sich schon in ihrer Freizeit auf TikTok selbst beibringen. Es gibt einige gute Flightfluencer zu diesen Themen, die es immerhin fast auf die Pilotenschule geschafft haben”, versucht sie zu rechtfertigen.
Als wir sie nach dem Zustand der 17 teils schwer verletzten Fluggäste fragen, meint sie: “Die Maschine ist in brauchbaren Zustand gebracht worden, von unserer hervorragenden Crew von besoffenen Taxlern und deutschen Urlauberfamilien mit GPS-Problemen, die sich immer wieder mal in die Werkstatt verirren. Durch die Löcher im Dach zieht es jetzt vielleicht etwas stärker durch, aber unsere treuen Business Class Stammgäste wird das nicht mehr Stören als das Kreischen eines Babies oder das von Erstmals-Fliegenden ausgelöste euphorische Klatschen nach einer Landung.”
Mehr Aufregung herrscht dagegen in der Bundesweiten Sicherheitsuntersuchungsstelle der Freiberuflichen Fiaker (BSUFF): Dass der dritte Alkoholtest verweigert wurde, anstatt sich wie ein anständiger Fiaker der mit über 2 Promille erwischt wird, die Zulassung zur Fahrdienstprüfung zu ergattern, stößt vielen BSUFFs sauer auf. Rufe nach drakonischen Strafen werden laut.
[1] https://wien.orf.at/stories/3299791/ [2] https://noe.orf.at/stories/3299875/